Apollos Maschinen

Zwei sehr harte Einakter für zwei Personen zum Thema Folter und Gewalt.

1. Akt: Im Kuckucksnest

Der Mißbrauch der psychiatrischen Zwangseinweisung wird häufig auch heute noch benutzt, um gegen elementarste Menschenrechte zu verstoßen. Zwischen 1950 und 1964 starben etwa mehr Menschen in den psychiatrischen Anstalten der USA als im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, im Krieg von 1812, im mexikanischen Krieg, im Bürgerkrieg, im spanisch-amerikanischen Krieg, im Ersten und Zweiten Weltkrieg, im Koreakrieg, im Vietnamkrieg und im 1. Golfkrieg umgekommen sind. Religiöser Eifer kontra Atheismus! Ist der Glaube an Gott wirklich das Gute? Ist Atheismus wirklich das Böse? Es bleibt dem Schluß der Zuseher überlassen, zu beurteilen, ob es hier eine(n) Guten, zwei Gute oder zwei Böse gibt.

 2. Akt: Das Verhör

Das Vertrauen des Menschen auf eine der Welt zugrunde liegende, verläßliche Ordnung im Sinne des Gesetzes wird erschüttert. Die Schuldfrage, die sich an der scheinbar grundlosen Verhaftung der Lehrerin Maria Liberta entzündet, kann nicht geklärt werden, weil die Kriterien fehlen, aufgrund derer sich bestimmen ließen, was recht und was unrecht ist. Weil der gesetzmäßige Zusammenhang nicht erkennbar ist, besteht für beide Seiten auch keine Möglichkeit, Zustände zu beeinflussen. Das “System” wird so zum Legitimationshintergrund all jener autoritären, totalitären und unberechenbaren Systeme, die den Menschen als Individuum entwerten und vergewaltigen - und zwar so, daß dieser zuletzt sogar vor sich selbst noch schuldig dasteht.

Anm. des Autors: >Apollos Maschine< war ein Folterinstrument in Persien unter dem Schah-Regime. Kein Stück für schwache Nerven. Von mehreren Bühnen als unspielbar bezeichnet, waren die Aufführungen im Kaisermühlner Werkl ein grandioser Erfolg. Vom Publikum als die eindrucksvollste Produktion des Werkls bezeichnet. Jugendverbot angeraten.

LIZENZ