Der flotte Franziskus

Komödie für 10 Mitwirkende

Vorspiel

Der Gastwirt Alfons Pickerer hat den Vermögensberater Cajetan Völkl um ein Krisengespräch gebeten. Bedingt durch die weltweite Finanzkrise hat Pickerer große Schäden erlitten. Völkl hat ihm als AWD-Berater alles das angeboten und verkauft, das eben jetzt fast wertlos geworden ist. Pickerer braucht Hilfe. Völkl verspricht ihm diese, verbunden mit der Auflage, seinem Cousin Schoisvohl nichts mehr auf Kredit zu servieren. Völkl, der auch die Situation Schoisvohls kennt, will sich an seinem Cousin rächen.

Im Wohnzimmer von Schoisvohl

Hausbesitzer Franziskus Schoisvohl befindet sich in einer ziemlich verzweifelten Situation. Sein Cousin Völkl rät ihm boshafterweise, seiner Finanznot – von der doch niemand erfahren soll – durch „Tages- und Abendbegleitungen für alleinstehende Damen und Grüne Witwen“ Herr zu werden und erzählt ihm wahre Wunderdinge über die möglichen Verdienstchancen. Schoisvohl, der sich trotz seiner fortgeschrittenen Jahre und seiner korpulenten Figur noch immer für einen unwiderstehlichen Herzensbrecher hält, ist sofort für die Idee Völkls Feuer und Flamme. Man beschließt, es gleich auszuprobieren und so schreibt Schoisvohl an zwei seiner Mieterinnen, Frau Proll und Frau Freimann gleichlautende Briefe, in denen er seine Fähigkeiten als „idealer Mann für gewisse Stunden“ anpreist. Völkl vertauscht aber absichtlich die Kuverts.

In der Küche bei Gerlinde Freimann

Die Freimann erhält den Prollbrief und umgekehrt. Belustigt und empört beschließen sie, dem dicken Schoisvohl eine Lektion zu erteilen. Sie verabreden mit Schoisvohl ein Rendezvous. Nebenbei gibt es auch andere Probleme: Tochter Anna liebt den armen Jusstudenten und Straßenmusiker Friedrich Zumpferl, während ihre Mutter den arabischen Medizinstudenten Omar Ibrahim im Auge hat (sie hält ihn für den Sohn eines Scheichs). Schoisvohl erscheint neckisch herausgeputzt zum Stelldichein bei Frau Freimann. Unvermutet kommt Herr Freimann nach Hause. In letzter Sekunde machen die beiden Frauen aus Schoisvohl einen Ikea-Kleiderständer Marke „Scream“ mit Maske und behängen ihn mit diversen Kleidungsstücken. Schoisvohl steht nun bewegungslos da und darf sich nicht bewegen, solang Herr Freimann im Raum ist. Gerlinde erkennt das Dilemma und zieht sich mit ihrem Mann ins Schlafzimmer zurück. Isolde flüchtet mit dem verwirrten Schoisvohl in ihre Wohnung. Dort sitzt aber ihr Mann, Theophil Proll und liest ein Buch. Er hört die Türe gehen und freut sich auf seine Frau. Isolde (die auch noch sehr leicht bekleidet ist) muss den Schoisvohl (noch in Unterhosen und mit Maske) erneut verkleiden. Sie wirft ihm schnell einen Damenmantel von ihrer Tante Marie über, die aber wiederum bei Herrn Proll Hausverbot hat. Proll sieht Schoisvohl nur von hinten, hält ihn für Tante Maria und verweist ihn sehr rasch der Wohnung.

Im Wirtshaus

Anna Proll, die Studentin sitzt mit Ibrahim und Völkl am Tisch. Aus dem OFF hören wir rockigen Sound aus dem Keller. Zumpferl gibt ein Konzert. Völkl bemüht sich sehr, dem von ihm als reich eingeschätzten Ibrahim einen Investplan zu verkaufen. Dieser ist aber nicht an Investplänen interessiert, sondern nur an Anna. Doch diese wiederum ist unrettbar in Zumpferl verliebt. Völkl nimmt die Abfuhr von Ibrahim zähneknirschend zur Kenntnis, entpuppt sich in seiner Enttäuschung als Rassist und geht ab. Ibrahim macht Anna einen blumigen Heiratsantrag, doch bevor er fertig ist, kommt Zumpferl, der gerade Pause macht. Zumpferl lädt Anna ein, den zweiten Teil seines Konzertes zu besuchen und Anna geht mit ihm und Ibrahim in den Keller. Schoisvohl noch in Unterhose, Damenmantel und Damenhut, total erschöpft, kommt. Er traut sich nicht nach Hause, da er befürchtet, dass „ganze Kompanien“ von gehörnten Ehemännern da auf ihn warten. Allerdings hat er vergessen, dass er dem Wirt bereits eine größere Summe schuldet. Der Wirt darf ihm nicht weiter Kredit gewähren und die anderen Gäste sind dazu auch nicht bereit, da er auch ihnen mehrheitlich Geld schuldet. Aus Mitleid schenkt ihm der Wirt dann doch ein Glas ein. Schoisvohl ist verzweifelt und nickt am Tisch ein. Freimann und Proll (beide in Verkleidung) kommen ebenfalls ins Gasthaus.  Ihre Frauen haben sie über die Umtriebe des Hausbesitzers informiert. Die beiden Männer wollen Schoisvohl aushorchen. Mittlerweile ist Zumpferls Konzert zu Ende und er kommt mit Anna und Ibrahim wieder aus dem Keller. Zumpferl ist sehr zuversichtlich, dass er mit seinem letzten Song und zusammen mit Anna gute Chancen bei Starmania hätte. In voller Euphorie stimmen beide noch mal zusammen den Song (WELCHEN???) an. Freimann erkennt seine Tochter, zusammen mit dem Zumpferl und kriegt einen Tobsuchtsanfall. Proll beruhigt ihn. Der Streit eskaliert und Anna kriegt von ihrem verkleideten Vater eine Ohrfeige angedroht. Fluchtartig verlässt sie mit Zumpferl das Lokal. Sie käme nun eben nicht mehr nach Hause. Durch den Lärm wacht Schoisvohl auf und beginnt zu singen mit der Hoffnung, damit ein wenig Geld zu verdienen. Natürlich ist seine Stimme eine schreckliche und neben vielen Buhrufen verspricht ihm der Proll, seine Zechschulden gleich zu bezahlen, wenn er doch nur mit seiner Heulerei aufhöre. Schoisvohl tut dies und setzt sich zu den beiden verkleideten Herren und versucht dadurch aufzutrumpfen, dass er lauthals erzählt, was er immer noch für ein „toller Hecht“ bei „Weibern jeden Alters“ sei. Ganz gezielt wird er im Verlauf der Unterhaltung zu seinem Verhältnis zu Frau Freimann und Frau Proll befragt und lügt dabei natürlich, dass sich die Balken biegen. Bei seinen Angebereien wird er verbal von Völkl unterstützt, der sich wieder im Gasthaus eingefunden hat. Das reicht nun dem Freimann. Wutentbrannt reißt er sich die Perücke vom Kopf und stellt sich dem Schoisvohl als Frau Freimanns Ehemann vor. Proll tut dasselbe. Beide fordern von Schoisvohl eine Richtigstellung seiner Lügen, sonst würden sie ihn fürchterlich verprügeln. Schoisvohl und Völkl flüchten. Freimann und Proll ihnen nach. Der einzig Leidtragende ist der Wirt. Keiner der Vier haben die Zeche und die Schulden bezahlt.

Im Zimmer bei Schoisvohl

Erschöpft und etwas verletzt (blaue Augen, Hand verbunden, Rippen etc.) hockt Schoisvohl in seinem Zimmer und beklagt sein Schicksal und macht insbesondere auch dem anwesenden Völkl, wegen seiner „blöden Ideen“ schwere Vorwürfe. Völkl überspielt das und hat für Schoisvohl einen neuen Vorschlag parat. Er möge sich doch als Senior-Chippendale bewerben, die gerade in Gründung begriffen wären. Österreich- und Europatourneen wären ebenfalls schon in Planung. Völkl bietet sich an, den Schoisvohl zu coachen und mit ihm zu proben. Trotz großer Zweifel willigt Schoisvohl ein. Völkl hat aber – unabhängig von Schoisvohls Stripübungen – alle Beteiligten zu einer Party in Schoisvohls Wohnung eingeladen um ihn erneut zu blamieren. Und tatsächlich: Als Schoisvohl in der Unterhose (String oder unmögliche?) dasteht, platzt die gesamte Gesellschaft in seine Wohnung. Seine Versuche, sich zu rehabilitieren und seine Versprechen, sich zu ändern werden von niemand geglaubt. Er ist total blamiert und einem Nervenzusammenbruch nahe. Bevor die Situation noch mehr eskaliert, kommen Anna und Zumpferl (als Punks verkleidet) ebenfalls zu Schoisvohl. Sie haben bei Starmania den 1. Platz gewonnen. Ibrahim, dessen Vater in Dubai mehrere Superhotels besitzt, fungiert als Manager der Beiden und hat ihnen in Dubai und Ägypten bereits Konzerttermine organisiert. Ihrer Karriere steht Nichts im Weg. Obwohl Freimann mit Zumpferl immer noch nicht einverstanden ist, willigt er schließlich in die Heirat ein. Schoisvohl wird ebenfalls von Ibrahim engagiert. Als „Director of Luggage“ soll er sich um das Gepäck der Jungstars kümmern. Er hört das Wort >Director< und seine alte Großmannsucht bricht wieder aus ihm heraus. Er hat eben nichts gelernt.

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