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Leseprobe

„Benim tebrik kabul, ihr Gläubigen, die Ihr nun diesen, von meiner eigenen Hand sorgsam aufgeschriebenen, Bericht über die großen Taten des unvergleichlichen Beherrschers der Erde, Süleyman des Prächtigen, des Nachfolgers des Propheten und frömmsten aller Muslime zu lesen bekommt.

Heute schreiben wir den 18. Dhu-I-Hijja im Jahre des Propheten 974. Ich weiß, Ungläubige verwenden eine andere Berechnung der Jahre, aber dem Gläubigen ziemt es, sich nach den Vorgaben des Propheten zu richten. Ich fühle, dass ich bald in Allahs Paradies eingehen werde und es leben nur mehr Wenige, die davon berichten können, was den großmächtigen Herrscher kurz vor seinem unvergleichlichen Triumph zum Rückzug bewogen hat.

Ihr sollt es erfahren, was damals, im Jahr des Propheten 934, wirklich geschehen ist, als sich der Beherrscher der Welt dazu entschlossen hat, seine Sonne auch über der Stadt des Goldenen Apfels aufgehen zu lassen und so das Land der Ungläubigen samt seiner Hauptstadt in seinen gnädigen und allumfassenden Schutz zu nehmen. Er rief uns zum Dschi-Had auf.

Mein Name ist Selim Bassa. Zum Zeitpunkt meiner Erzählung zählte ich ungefähr vierundzwanzig Jahre und war neunter Kanzleischreiber am Hof des Unvergleichlichen. Meine mir gestellten Aufgaben als Schreiber habe ich immer mit größtem Einsatz und bestens erledigt. Eine feste staatliche und gesetzliche Ordnung, eine systematische Verwaltungsstruktur und ein effektiver Beamtenapparat, der als ausführendes Organ fungierte, bildeten die Grundlagen unseres Systems, das allen Untertanen des Padischahs Sicherheit und Stabilität garantierte.

Von meiner Herkunft ist mir nur mehr sehr wenig in Erinnerung. Bevor ich Selim Bassa wurde, rief mich meine Mutter immer nur Milos. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass wir in einem kleinen Dorf – den Namen weiß ich nicht mehr – in Bosna lebten. Bis es letztendlich von unseren unbesiegbaren Truppen unter den Schutz Allahs und des Großherrn gestellt wurde. In diesen Tagen nahm mich ein Aga der Osmanen als Ersatz für seinen verstorbenen Sohn an. Das wurde ihm von unserem allergnädigsten Herrn so genehmigt. Nun würde ich auf Lebzeiten unter seinem Schutz stehen. So wie alle seine Untertanen auch; vom dümmsten Bauern bis hin zu den Agas und Paschas. Was mit meiner Mutter geschehen oder nicht geschehen ist, habe ich nicht in Erinnerung. Auch kann ich mich nicht daran erinnern, wie sie ausgesehen hat. Wahrscheinlich ist es besser so.

Ich genoss durch meinen neuen Vater, Osman Aga Bassa, eine fromme und gute Erziehung und wurde so zu einem glühenden Anhänger des Propheten. Auch erlernte ich die Mathematik, die Geometrie sowie Lesen und Schreiben. Dabei stellte ich mich sehr talentiert an, was mir meine Lehrer auch immer wieder bestätigten. Mein Vater, Osman, war zu Recht stolz auf mich. Ebenso wurde ich in der Kampfkunst sorgfältig ausgebildet. So lernte ich vom Pferd aus mit Pfeil und Bogen umzugehen und erwies mich auch mit dem Schwert als sehr geschickt. Mein Kriegslehrer erklärte mir immer wieder, dass es das höchste Glück für einen Krieger sei, im Kampf für die Verbreitung des wahren Glaubens und die hohen Ziele des Erhabenen zu sterben. Allen, denen dieser Vorzug zuteilwird, gehen auf direktem Weg in Allahs Seligkeit ein. Was kann man sich mehr wünschen!

Mein Vater, der Aga, verkehrte häufig am Hof des Padischahs und war dort immer gern gesehen. Er setzte sich auch dafür ein, dass ich nach meiner Ausbildung eine Stellung als Schreiber in der zentralen Staatsverwaltung erhielt. Ich war also nun ein Beamter. Viel lieber wäre ich Soldat geworden, aber der Vater überzeugte mich, dass eine Tätigkeit am Hof des Padischahs zumindest genauso wichtig und ehrenvoll sei, wie die eines Soldaten.Warum ich euch das alles so genau erzähle?

Nun, die Zeiten sind einer ständigen Wandlung unterworfen und ihr, die ihr vielleicht meinen Bericht erst in späteren Jahren erfahren werdet; ihr sollt wissen, wie wunderbar damals unter der Weisheit des Padischah regiert wurde.

Die feste staatliche und gesetzliche Ordnung, die systematische Verwaltung und ein äußerst effektiver Beamtenapparat als ausführendes Organ, bildeten die Grundlagen unseres Staates. Unser Rechtssystem und die gesamte Gesetzgebung basieren auf dem vom Propheten im heiligen Koran niedergelegten Regeln und Vorschriften, die er ja direkt von Allah erhalten hat. Ergänzt durch das für alle Türkler seit jeher bestehenden Gewohnheitsrecht. Unser allmächtiger Herrscher, der Padischah Süleyman I., erließ eine Reihe von Gesetzen, die Lücken in den Bestimmungen der Scharia ausfüllten. Respektvoll nannte man ihn denn auch den Kanuni.

Dank seiner weisen Gesetze war kein Untertan mehr der Willkür des Staates oder der Herrschenden ausgesetzt, sondern durch die geltende Rechtsordnung geschützt. Noch dazu hatten wir auch ein Beschwerderecht vor dem Padischah oder dem Divan. Jedermann, der meinte, es wäre ihm ein Unrecht widerfahren, konnte da seine Anliegen vorbringen. 

Dank sei Allah, dem Weltenschöpfer, dass er unseren Herrscher mit so viel Weisheit und Klugheit ausgestattet hat. Eindeutig muss ich auch anmerken, dass diese Weisheit und Klugheit den Ungläubigen gänzlich fehlt. Ein klarer Beweis dafür, dass der Christengott nicht über die Macht Allahs verfügt. Hätte er diese, dann wären doch die Länder der Giaurs ebenso kultiviert und zivilisiert, wie unser unvergleichlicher Staat.

Unsere Ordnung und Kultiviertheit erregten in den Ländern der Ungläubigen große Aufmerksamkeit und erweckte bei manchen von ihnen sogar Neid. Im Gegensatz zu unserem wohlgeordneten und weise regierten Land, herrschte in ihren Ländern das große Chaos. Einige der Unsrigen, die dort waren, berichteten von Gewalt und Rechtlosigkeit, die dort allgegenwärtig wären. Schmutz, Gestank und anderer Dreck, sowie zahlreiche Krankheiten, aber auch Armut und Hunger zählen in den Ländern der Ungläubigen für die meisten der armen Menschen zum normalen Alltag ...

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