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Leseprobe

St. Petersburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Ein Dämon beherrscht die Familie des Zaren und damit die ganze Hauptstadt. Er ist düster und hässlich wie der Tod, und doch werden ihm wundertätige Kräfte nachgesagt, und seiner finsteren Ausstrahlung verfallen Menschen in den allerhöchsten Kreisen. Sein Name wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt: Rasputin. Der Bauernsohn, der den Zarewitsch von einer unheimlichen Krankheit geheilt haben soll und der seitdem der Zarin seinen Willen aufzwingt.

Sibirien: ein Land, flächenmässig grösser als Europa und ein Land, das seltsame und wunderliche Menschen hervorgebracht hat. Fast jeder kennt die Sängerin Helene Fischer, den Tänzer Rudolf Nurejew und den Waffenkonstrukteur Michail Kalaschnikow. Uralte sibirische Sagen berichten von einer hochentwickelten sibirischen Kultur, vor 300.000 Jahren (!), von der viele Religionen der Welt ihren Ursprung gehabt haben sollen.

Sie sehen also: ein wirklich bemerkenswertes Land mit unzähligen Facetten. Ein Land der Wundergläubigen und Abergläubischen. Ein Land der Schamanen und auch ein Land der Deportierten - schon zur Zarenzeit -, der Gulags und der Kriegsgefangenen beider Weltkriege.

Von einem seiner bemerkenswertesten Abkömmlinge handelt dieses Buch: von Grigorij Yefimowich Rasputin, einem Bauernsohn aus dem sibirischen Dorf Pokrovskoye. Seine Familie gehörte zu den alteingesessenen Bauern des Dorfes mit - nach sibirischen bäuerlichen Verhältnissen - einigem Vermögen und respektablem Ansehen. Sie waren Bauern und besaßen eigenes Land sowie mehrere Kühe und Pferde. Rasputins Vorfahren waren als >Rosputin< im 17. Jahrhundert zugewandert. Wegen eines schlampigen Beamten in der Kreisverwaltung Tjumen wurde später daraus dann >Rasputin<. Das fiel aber niemandem auf. Die Kunst des Schreibens und Lesens war für die einfachen Bauern sowieso eine nutzlose. Also wozu, wie und vor allem wo, das erlernen?

Die Region Tjumen etwa – wo sich unser Dorf befindet - war etwa 2.100 Kilometer von der Hauptstadt St. Petersburg entfernt. Wie konnte Väterchen Zar also wissen, wie es da zuging und wie es sich da lebte? Nur ein Land wie dieses war anscheinend in der Lage, solch ungewöhnliche Menschen hervorzubringen. Der Mythos des Schamanen, des Wunderheilers, des Hellsehers und auch des tiefgläubigen Rasputin wirkt bis heute fort. Bis jetzt hat man 14 Filme über sein Leben gedreht; mit meist verfälschten Tatsachen und einige TV-Serien. Bücher hat man über ihn geschrieben, Songs über ihn veröffentlicht, Gerüchte am Kochen gehalten und vieles andere mehr.

Am Ort seiner Ermordung (1916) legen Menschen heute noch regelmäßig Blumen hin und gedenken seiner. In seinem Geburtsort in Sibirien hat sich seine Gedenkstätte zu einem Magnet für Touristen entwickelt. Mit diesem Buch versuche ich, ihnen ein Wenig vom Leben des Sibiriaken Rasputin näher zu bringen. Die Namen der damals Beteiligten und die angeführten Orte und Länder entsprechen der historischen Wahrheit. Ebenso wie die Briefe, Zitate und Telegramme Rasputins an den Zaren und auch die Berichte der Polizei und der Geheimdienste.

Die Datumsangaben entsprechen dem, damals in Russland gebräuchlichem, julianischen Kalender. Historiker und Slawisten mögen mir verzeihen, wenn - aus Mangel an vorhandenen Nachweisen - Unwesentliches in diesem Buch auch der literarischen Freiheit gewidmet habe.

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