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Der Konflikt, der einen Teil der Menschen im östlichen Europa und im Nahen Osten ausrotten sollte und einen anderen Teil in Mutanten verwandeln würde, war für viele vorhersehbar gewesen; seine endgültigen Folgen aber nicht. Niemand wollte oder konnte sich diesen Horror in seiner ganzen Komplexität vorstellen.

Ausgangspunkt war der seit Jahren schwelende Semi-Kriegszustand zwischen dem iranischen Gottesstaat, der die Vernichtung Israels sogar in seiner Verfassung inkludiert hatte und dem um seine Existenz besorgten und hochgerüsteten Israel.

Beide Staaten waren in der UNO präsent und hätten dort die Möglichkeit gehabt, ihre Meinungsverschiedenheiten am Verhandlungsweg zu lösen. Neben den politischen Differenzen waren sich aber beide Botschafter, sowohl aus dem Iran als auch von Israel, auch privat spinnefeind. Mehrere Male hatten sie sich schon gegenseitig Ohrfeigen und Ärgeres angedroht. Ein in diplomatischen Kreisen gar nicht üblicher Vorgang.

  Ein offenes Geheimnis war es auch, dass der Iran, ob mit oder ohne Atomabkommen und/oder Sanktionen, seine Anstrengung endlich zu einer Atommacht zu werden, unbeirrt fortsetzen würde. Mit der Unterstützung anderer geächteter Staaten, wie etwa Nordkorea und Russland. Beide lieferten bereitwillig im Austausch gegen Rohstoffe, wie etwa Erdöl, nicht nur spaltfähiges Plutonium sondern stellten auch die entsprechenden Fachkräfte zur Verfügung.

Der Mossad, der israelische Geheimdienst, beobachtete diese Entwicklung mit größter Sorge und schlug in zahlreichen Denkschriften und Memoranden einen präventiven israelischen Angriff auf die iranischen Atomeinrichtungen vor. Der Verteidigungsausschuss im israelischen Parlament diskutierte wochenlang darüber und kam, obwohl der Premierminister sehr für den Präventivschlag war, zu keinem endgültigen Beschluss.

Der Iran hatte eine personalmässig größere Armee als Israel und verfügte auch über modernste konventionelle Waffensysteme. Es schien den Israelis daher gar nicht so sicher, ob und wie sich ihre sonst sieggewohnten Truppen gegen eine fanatisierte Soldateska iranischer Gotteskrieger behaupten können würden.

 Die Israelis verstärkten also vorsorglich erstmal ihre Präsenz auf den Golanhöhen. Das ehemals zu Syrien gehörende Gebiet war von ihnen vor Jahrzehnten (1967) erobert worden und hatte große strategische Bedeutung. Von hier aus könnten die Iraner und Syrer unter Umständen direkt in Israel einfallen.

So gab es hier seit 1967 immer wieder kleinere Scharmützel zwischen Syrern und israelischen Grenzsoldaten. Daran war man gewöhnt und niemand erkannte darin eine ernsthafte Gefahr. Es waren eben kleine Scharmützel, die ihre Opfer forderten; das Los von Soldaten!

Ein weiteres Zeichen der weltpolitischen Machtlosigkeit der Vereinten Nationen.

Keiner der Konfliktparteien scherte sich um die Beschlüsse der UNO und keinen kümmerte ernsthaft die Anwesenheit der UNDOF[1]: des Truppenkontingentes, das im Auftrag des Sicherheitsrates dorthin entsandt wurde. Allerdings: Feuerbefehl hatten sie nur im Fall eines Angriffs auf sich selber und durften ansonsten nur unerfreuliche Vorkommnisse melden, die dann bei der UNO wieder und wieder verurteilt wurden: ohne weitere Konsequenzen.

Aber, wie schon erwähnt, keiner der Konfliktparteien scherte sich drum. Iraner, Syrer und Israelis befetzten sich verbal dann wieder in endlosen Sitzungen im UNO-Gebäude und wiesen mit gewohnter Regelmäßigkeit alles zurück. Schuld trug immer der andere.

Ein längeres Telefonat des israelischen Ministerpräsidenten mit dem Präsidenten der USA über eine abhörsichere Leitung veränderte dann plötzlich die Lage. Die USA, der größte Unterstützer Israels, hatten eminentes Interesse daran, die störrischen Mullahs in Teheran zur Raison zu bringen und wenig Interesse daran, ihre eigenen Truppen in den Iran zu schicken. Sie leckten noch immer ihre Wunden aus den Irak-Kriegen und auch Vietnam spukte noch in einigen Köpfen herum.

Also inszenierten sie in gewohnter Weise ihr übliches intrigantes Spiel. Der amerikanische Präsident sagte den Israelis jede nur denkbare Unterstützung – waffentechnisch und finanziell – zu, wenn sie die Drecksarbeit für Amerika erledigten. Natürlich sagte er es nicht offiziell, aber die Israelis wussten genau, was die Amerikaner von ihnen erwarteten.

Natürlich hatte auch Israel höchstes Interesse daran, die iranischen Atomanlagen zu pulverisieren. Kein Israeli könnte sich mehr ruhig zurücklehnen, wenn der iranische Todfeind auch über Atomwaffen verfügen würde.

Israel selber verfügte über hunderte atomare Sprengköpfe und würde auch nicht zögern, diese im Ernstfall einzusetzen. Schon die einstige Präsidentin Golda Meir hatte das im Jom-Kippur-Krieg (1973) erwogen. Zum Glück für alle Beteiligten konnte das noch in letzter Sekunde vermieden werden.

Gestärkt durch die Zusicherung der Amerikaner setzten sich nun der israelische Ministerpräsident, der Verteidigungsminister und der Chef des Generalstabes in der Knesseth durch. Der Präventivangriff auf iranische Atomanlagen wurde – natürlich streng geheim – beschlossen.

Die israelische Luftwaffe hatte bereits zweimal bewiesen, dass sie die Fähigkeit zu Präzisionsschlägen über große Entfernungen besitzt, um ihre Gegner am der Herstellung von Atomwaffen zu hindern. 1981 zerstörten israelische Bomber das Atomkraftwerk Osirak im Irak und ein Vierteljahrhundert später das noch im Bau befindliche Atomkraftwerk Deir es Sur im Osten Syriens. Beide Male wurden die Anlagen völlig zerstört, ohne dass es Verluste seitens der Israelis gegeben hätte.

Der wie immer gut unterrichtete militärische Geheimdienst der Israelis schätzte die Lage aber diesmal nicht so positiv ein.

Der Iran, auch nicht gerade nur von frömmelnden Idioten regiert und bevölkert, hatte mittlerweile einen großen Teil seiner Atomanlagen und seines angereicherten Urans so tief unter der Erdoberfläche versteckt, dass es den israelischen Strategen fast unmöglich schien, den Iran nur durch Luftangriffe vom Bau von Atombomben abzuhalten.

Israel musste gleichzeitig drei geografisch weit voneinander entfernte Anlagen treffen: Die Urananreicherungsanlage von Natanz, die Anlage zur Urankonversion aus Yellow Cake in Isfahan und die lange geheim gehaltene Anreicherungsanlage in Fordow.

Die israelische Luftwaffe verfügte zwar über modernste amerikanische F15- und F16-Kampfflugzeuge, die sie eigens für große Entfernungen umgebaut hatten. So erreichten sie eine Einsatzreichweite von etwa 1700 Kilometern. Zusätzliche acht modernisierte Tankflugzeuge vom Typ Boeing KC-707 würden ausreichen, um die Reichweite von mindestens 50 Kampfflugzeugen bis in den Iran zu verlängern.

Die israelische Luftwaffe verfügte außerdem über hunderte bunkerbrechende Bomben vom Typ BLU-109 (1.000 Kilo) sowie mindestens 100 der wesentlich größeren BLU-113 (2.500 Kilo) und darüber hinaus eine ganze Menge lasergesteuerter Präzisionswaffen, die ihr Ziel auch dann mit höchstens drei Meter Abweichung treffen, wenn sie aus großer Höhe und aus über 15 Kilometer Entfernung abgefeuert wurden.

Bei den israelischen Spezialkräften gibt es zudem zwei Sondereinheiten, die auf die Identifikation von Zielen für lasergesteuerte Bomben und auf die Abschätzung von Bombenschäden in Echtzeit spezialisiert sind.

Im Gegensatz zur höchst modernen israelischen Luftwaffe bestand die iranische Luftabwehr aus einem Sammelsurium größtenteils veralteter Technologien. Das Luftabwehrsystem beruhte im Wesentlichen auf Raketen, die die USA Anfang der 70er Jahre lieferten, als der Schah noch in Teheran regierte. Heute zählt die USA neben Israel zu den Todfeinden des Mullah-Regimes.

Die iranische Luftwaffe hatte auch nur einige Dutzend moderne MiG-29; die übrigen Kampfflugzeuge waren mindestens 30 Jahre alt und in schlechtem Zustand. Am effizientesten war die iranische Luftabwehr, die aber Angreifern in großer Höhe nicht gefährlich werden konnte.

Natanz wäre das größte der mutmaßlichen Ziele im Iran: die dortige Urananreicherungsanlage bestand, soweit bekannt, aus zwei riesigen Hallen von jeweils 25.000 bis 32.000 Quadratmetern, die von einer Erdschicht von 20 bis 25 Metern und mehreren Stahlbetonschichten geschützt wurden. Andere Anlagen in Isfahan, Teheran und Arak waren weniger gut gesichert. Für sie würden auch kleinere lasergesteuerte Bomben ausreichen.

Der israelische Generalstab kam nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss, dass es einer Flotte von etwa 50 Kampfflugzeugen mit großer Wahrscheinlichkeit gelänge, die iranischen Atomanlagen so gründlich zu beschädigen, dass der Wiederaufbau Jahre brauchen würde.

Dann bliebe nur noch Fordow. Erst 2009 wurde dem Mossad bekannt, dass sich in den Bergen nördlich der Stadt Ghom eine zweite Urananreicherungsanlage befindet. Tief im Inneren eines Berges, geschützt durch 90 Meter Gestein und Beton.

Wenn es die israelischen Piloten schaffen sollten, etwa 75 Bomben sequentiell auf denselben Punkt zu richten, könnte es ihnen gelingen, auch diese Anlage zu zerstören. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass dies gelänge, war allerdings sehr niedrig. Eine so hochkomplizierte Operation aus der Luft ist noch nie versucht worden. Fordow mutierte so zum kritischsten Punkt eines möglichen israelischen Angriffs.

„Es wird uns wahrscheinlich allein durch Luftschläge nicht  gelingen, das iranische Atomprogramm für alle Zukunft zu stoppen. Bestenfalls geht es für uns um einen Zeitgewinn“, informierte der Chef der Luftwaffe seinen Ministerpräsidenten.

„Was könnten wir zusätzlich noch unternehmen?“, reagierte dieser.

„Sie kennen die Möglichkeiten“, antwortete der General kryptisch. „Sie müssten den Einsatzbefehl erteilen!“

„Atombomben?“

Der General zuckte mit den Achseln. „Herr Präsident. Es geht um die Sicherheit unserer Bürger und den Bestand des Staates.“

„Ja! Das weiß ich auch! Wie würde aber die Welt und unsere Verbündeten darauf reagieren, wenn wir als erster mit Atomwaffen zuschlagen? – Nein! Diesen Befehl kann ich nicht geben! Sehen wir erst einmal, was unsere tapferen Piloten erreichen.“

Der General zuckte mit den Achseln. Wie hat die Welt damals reagiert, als Millionen Juden von den Nazis umgebracht wurden, erinnerte er sich im Stillen? Auch ein Großteil seiner Familie war damals unter den Opfern… Aber ein Militär hat bloß zu gehorchen und Befehle auszuführen.

Er salutierte zackig und meldete sich ab, um die nötigen Vorbereitungen samt den Einsatzbefehlen für den großangelegten Luftschlag zu planen. Zutiefst bedauerte er die Entscheidung des Präsidenten. Wäre es nach ihm gegangen, dann wären Israels Todfeinde schon lange im atomaren Holocaust untergegangen.

Missmutig informierte er seinen Adjutanten, Oberst Ytzhak Kosinski über die, seiner Ansicht nach, halbherzige Entscheidung des Präsidenten.

Kosinski, ein Hardliner wie sein Chef, machte sich so seine eigenen Gedanken. Es waren keine guten…!

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