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LESEPROBE

Tod in Mogadischu

Schwester Alberta hörte den Tod kommen. Ihren Tod und den vieler anderer. Er nahte nicht auf leisen Sohlen und hatte sein Kommen auch nicht durch irgendeine schwere Krankheit avisiert. Nein! Der Tod kam in Gestalt einiger etwa achtjähriger Bübchen, angeführt von einem ungefähr Zehnjährigen. Durch wilde "Allah u Akbar" Rufe stachelten sie sich gegenseitig auf und schossen wahllos mit ihren Kalaschnikows herum. Schmerzensschrei, Hilferufe und das Stöhnen der Getroffenen waren immer lauter zu hören. Schwester Alberta konnte auch nicht fliehen. Das Gebäude war von regulären Soldaten umstellt, die das Wüten der Kinder anscheinend sehr unterhaltend fanden. Sie unterhielten sich angeregt miteinander und gaben dabei Obacht, dass niemand flüchtete. Alberta sprach ein kurzes Gebet und riss dann die Tür auf und trat, ihr Kreuz in der Hand, der Meute entgegen. Nicht einmal ein Wort konnte sie sagen, dann traf sie schon eine Kugel direkt in den Kopf und ihre Hirnmasse verteilte sich hinter ihr auf der Tür. Die zweite Kugel traf sie in den Bauch. Auf ein Zeichen stürmten jetzt die anderen Soldaten die Räume und plünderten oder zerstörten alles, was ihnen in die Hände fiel. Die Kinder zogen lachend und singend bereits weiter. Das christliche Hospiz in Mogadischu war zur Ruine und Leichenhalle geworden.

Ankunft in Rom

Mit heulenden Motoren setzte die Alitalia Maschine aus Dubai vor dem Terminal C am Flughafen Rom-Fiumicino (Leonardo da Vinci) auf, rollte aus und kam ordnungsgemäß zum Stehen. Das Wetter in Rom war frühlingshaft warm und eine leichte Brise wehte vom nahen Tiber her. Am Flugfeld warteten bereits die Busse, die die Fluggäste zur Pass- und Zollkontrolle bringen sollten. Die Türen der Maschine öffneten sich und die Passagiere betraten italienischen Boden. Darunter war auch eine kleine, nicht mehr ganz junge schwarze Frau in einem ungewöhnlich aussehenden bodenlangen Kleid. Einem Kleid, das mit ziemlicher Sicherheit von keinem Designer hergestellt worden war. Auch das Tuch, das sie auf ihren Kopf gebunden hatte, war nicht gerade eines, das eine modebewusste Dame zu den Lieblingsstücken in ihrer Garderobe gezählt hätte. Im Gegensatz zu ihrer etwas gedämpft wirkenden Erscheinung waren ihre Finger außergewöhnlich lang und vermittelten das Gefühl von Kraft und Stärke. In ihrer linken Hand hielt sie eine zerdrückte Strohtasche, die allem Anschein nach leer war. Einem aufmerksamen Beobachter wäre es vielleicht aufgefallen, dass die Frau die Strohtasche während des siebenstündigen Fluges von Dubai nach Rom fest mit ihren Händen umklammert hielt, statt sie im Handgepäcksfach zu verstauen. „Wahrscheinlich das erste Mal in einem Flugzeug“, dachte sich die Stewardess, als ihr Blick auf diese Passagierin fiel. Ihr war diese Nervosität vertraut und sie hoffte nur, dass diese Person nicht alles vollkotzen würde. Im Gegensatz zu dem hilflosen Gesamteindruck, den die Frau erweckte, zeugte ihr klarer Blick jedoch von Aufmerksamkeit und Interesse an ihrer Umgebung. Während des ganzen Fluges hatte sie außer zwei Gläsern Wasser Nichts zu sich genommen und alle ihr angebotenen Mahlzeiten durch ein Kopfschütteln abgelehnt. Genauso lehnte sie ihr angebotene Zeitungen und Ähnliches ab. Sie hatte sich während des siebenstündigen Fluges auch fast nicht bewegt, ja nicht einmal die Toilette aufgesucht. Dafür bewegte sie fast ohne Pause lautlos ihre Lippen, so als würde sie sich mit einem imaginären Partner unterhalten. Bei der Stewardess war dieses seltsame Verhalten nicht unbemerkt geblieben und so hatte sie schon vor der Landung in Rom einen vorsorglichen Anruf getätigt, man möge doch auf diese wunderliche Person bei ihrer Einreise ein besonderes Auge haben. Die Stewardess war erleichtert, als die Maschine mit allen Passagieren ohne irgendwelche Vorfälle - zu denen sie hauptsächlich vollgekotzte Sitze zählte - gut gelandet war. Sie beobachtete die Frau noch beim Verlassen der Maschine und vergaß sie dann bald. Die kleine schwarze Frau blickte sich achtsam um, schlug schnell und verstohlen ein Kreuz, schritt dann die Gangway rasch hinunter und bestieg einen der wartenden Busse. Luigi Lombardinelli, Commissario der Polizia dell’Immigrazione, war an diesem Tag einer der diensttuenden Beamten am Einreiseschalter des Flughafens und war gerade heute besonders schlecht gelaunt. Nicht deswegen, weil er Dienst hatte. Wechsel- und Schichtdienste war er nach 18 Jahren Polizeiarbeit gewohnt und ertrug sie auch ohne besonderes Murren. Es war der übliche morgendliche Streit mit Signora Lombardinelli, der dieses Mal besonders heftig und lautstark ausgefallen war. Er verließ schlussendlich wutentbrannt die Wohnung und malte sich schon am Weg zum Dienst aus, mit welchen Schimpfkanonaden er seine Frau bedenken würde, wenn er wieder nach Hause käme. Die Ehe der Lombardinellis war zwar keine besonders schlechte, aber auch keine besonders gute. Insgeheim wünschte sich Luigi, wie viele andere auch, einmal einfach wegzugehen, um die wechselnden Stimmungen seiner Signoria nicht immer ertragen zu müssen. Er wünschte sich das zwar, malte es sich in seinen Träumen aus, wusste aber gleichzeitig, dass er das nie tun würde. Eingehüllt in diese Gedanken besserte sich seine Laune auch nicht, als ihn sein Vorgesetzter zum Empfang der Maschine aus Dubai einteilte. Er beschloss aber jedenfalls, zu den Leuten heute besonders unfreundlich zu sein. Vielleicht gelang es ihm, dadurch auch den Frust über Signoria Lombardinelli ein wenig abzubauen. Also ließ er erstmal die Schlange der mit den Pässen wedelnden Menschen vor seinem Desk in aller Ruhe warten und tat so, als wäre er noch mit unaufschiebbaren Dingen beschäftigt. Das auf seinem Schoß liegende Penthouse Magazin konnte ja von außen niemand sehen. Als das Murren in der Schlange immer lauter wurde, klappte er das Heft zu und begann mit den amtlichen Handlungen. Umständlich und anscheinend sehr genau kontrollierte er die Pässe, behielt jeden dritten Pass ein und schickte diese Reisenden boshafter Weise zur Zollkontrolle. Am Ende der Schlange, die sich dadurch nur sehr langsam verringerte, stand die kleine schwarze Frau mit ihrer hässlichen Strohtasche, die ihm schon vor avisiert worden war. Sie murmelte wie im Flieger ständig unhörbar vor sich hin und trat nervös von einem Bein aufs andere. Na ja, dachte sich Lombardinelli, vielleicht musste sie zur Toilette. Was Lombardinelli noch auffiel, war, dass sie außer der Strohtasche überhaupt kein Gepäck dabei hatte. So etwas ist für einen Polizeimenschen von Haus aus schon verdächtig. Also würde er sich diese Person dann besonders genau vornehmen. Als sie dann nach einer guten Stunde endlich vor ihm stand, überprüfte er ihren Pass auf eine eventuelle Fälschung, staunte über den für ihn komisch klingenden Namen Wakiimba ya Ndege Muhudin, und gab dann den Pass an die Zöllner zur weiteren Kontrolle weiter. Diese wunderten sich bei Lombardinelli heute über gar nichts mehr und blickten, eher gelangweilt, in die Strohtasche der Frau. Darin befand sich nur ein in eine Alufolie eingewickelter länglicher und verschmutzter Gegenstand. Einer der Zöllner packte den Gegenstand aus, stieß einen überraschten Schrei aus und ließ ihn rasch zu Boden fallen. Es war ein Unterarm! Ein abgehackter Unterarm! Er musste, der Größe nach, wohl von einem Kind stammen. Man konnte deutlich erkennen, dass der Arm in äußerst brutaler Weise vom Oberarm abgetrennt worden war. Die kleinen Finger waren wie zur Abwehr ausgestreckt. Der Arm verbreitete einen sehr üblen Geruch. Der Fäulnisprozeß hatte schon eingesetzt. Von Ekel übermannt stieß der Zöllner den Unterarm mit der Schuhspitze weg und tat einen schrillen Alarmpfiff. Sofort erschienen zwei weitere Beamte, mit schussbereiten Maschinenpistolen, die ohne viel Federlesens die wunderliche Person in die Mitte nahmen und sie einigermaßen unauffällig zur Flughafenwache eskortierten. Doch diese wehrte sich und deutete immer wieder auf den am Boden liegenden Arm. „Nein, nein!“, schrie sie mit ziemlich lauter und überraschend tiefer Stimme in einem holprigen Italienisch. Der jüngere der beiden Zöllner hob kopfschüttelnd und sichtlich angeekelt also den Arm auf und beförderte ihn zurück in die Strohtasche. Die schwarze Frau griff gierig danach, leistete danach keinen Widerstand mehr und ging wie in Trance und weiter vor sich hinmurmelnd mit den Beamten mit. Der ganze Vorfall wäre auf dem stark frequentierten Airport vermutlich schnell in Vergessenheit geraten, hätte nicht ein junger Reporter vom Corriere della Sera, der in Erwartung irgendeiner Sensation am Airport herumlungerte, die ganze Sache mitbekommen und sie am nächsten Tag unter den Kurzmeldungen veröffentlicht. Dies löste eine Fülle von Ereignissen aus, die sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand ernsthaft vorstellen konnte

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