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Leseprobe

Seit drei Tagen hatten sie nichts mehr gegessen. Es war einfach nichts mehr da, mit dem die Bäuerin Rosa Köhler ihre Familie einigermaßen hätte versorgen können. Die verzweifelten, hungrigen Blicke ihrer Kinder forderten von ihr mehr, als sie imstande war zu geben.

So sammelte sie das wenige Gras, das vor ihrer Kate noch wuchs, fand dazu auch noch einige Stücke Leder, die anscheinend vom Sattel eines der Männer stammten, die sie vor kurzem überfallen und ausgeplündert hatten.

Landsknechte waren es. Von irgendeiner der zahlreichen Einheiten, die plündernd, marodierend und mordend durch die Lande zogen.

„Sei froh Alte, dass wir nicht auch noch deine Keusche anstecken“, grinste der Anführer der Rotte. „Scheiß Katholikenbrut. Verrecken sollt ihr alle“, schrie er und machte sich damit selber Mut. Er war ein noch relativ junger Mann. Sein gewaltiger Schnurrbart der ihm bis zum Kinn hinunterhing machte ihn älter als er in Wirklichkeit war. Eine große rote Narbe zog sich quer über sein Gesicht.

„Holts die Viecher von denen aus dem Stall. Dann gibt’s für uns wieder was zu fressen“, gab er den zwölf Berittenen ein scharfes Kommando.

 Sofort sprangen drei Mann aus ihren Sätteln und führten seinen Befehl aus. Eine Kuh, drei Schafe und etliche Hühner war ihre Beute. Dazu noch zwei Säcke mit Getreide.

„Das ist alles?“, brüllte der Anführer. „Sag schon Bauer, wo ist dein Geld. Wo hast du es versteckt“

Seit drei Tagen hatten sie nichts mehr gegessen. Es war einfach nichts mehr da, mit dem die Bäuerin Rosa Köhler ihre Familie einigermaßen hätte versorgen können. Die verzweifelten, hungrigen Blicke ihrer Kinder forderten von ihr mehr, als sie imstande war zu geben.

So sammelte sie das wenige Gras, das vor ihrer Kate noch wuchs, fand dazu auch noch einige Stücke Leder, die anscheinend vom Sattel eines der Männer stammten, die sie vor kurzem überfallen und ausgeplündert hatten.

Landsknechte waren es. Von irgendeiner der zahlreichen Einheiten, die plündernd, marodierend und mordend durch die Lande zogen.

„Sei froh Alte, dass wir nicht auch noch deine Keusche anstecken“, grinste der Anführer der Rotte. „Scheiß Katholikenbrut. Verrecken sollt ihr alle“, schrie er und machte sich damit selber Mut. Er war ein noch relativ junger Mann. Sein gewaltiger Schnurrbart der ihm bis zum Kinn hinunterhing machte ihn älter als er in Wirklichkeit war. Eine große rote Narbe zog sich quer über sein Gesicht.

„Holts die Viecher von denen aus dem Stall. Dann gibt’s für uns wieder was zu fressen“, gab er den zwölf Berittenen ein scharfes Kommando.

 Sofort sprangen drei Mann aus ihren Sätteln und führten seinen Befehl aus. Eine Kuh, drei Schafe und etliche Hühner war ihre Beute. Dazu noch zwei Säcke mit Getreide.

„Das ist alles?“, brüllte der Anführer. „Sag schon Bauer, wo ist dein Geld. Wo hast du es versteckt“

„Wir haben kein Geld, hoher Herr!“ Rosa wagte den Einwand. „Bei meiner Ehr! Wir haben auch nichts versteckt.“

„Seit wann haben denn Weiber Ehre?“, lachte er böse. „Los, leg deine Lumpen ab. Vielleicht bist du für was anderes noch brauchbar!“

Wortlos, aber schamrot im Gesicht begann Rosa Köhler sich langsam auszuziehen.

„Verflucht sollt ihr sein, ihr lutherischen Säue“, brüllte der gefesselte Mann, der am Boden lag. „Anständige christliche Leute ausrauben und ihre Weiber schänden! Verflucht sollt ihr sein, ihr Lumpen!“

Der Anführer blickte bei diesen Worten kurz auf, sprang aus dem Sattel und stieß dem Mann am Boden sein langes Messer in den Hals. Wie eine Fontäne schoss das Blut heraus. Einige Zuckungen später war Siegmund Köhler, Rosas Ehemann und der Vater von acht Kindern tot!

Dann betrachtete der Mörder die nackte Frau und schüttelte mit dem Kopf. „Ein abgelegener Strohsack bist du. Nicht wert, dass dich unsere Schwänze ausfüllen. Pfui  Teufel! Los Männer. Wir ziehen ab!“ Roh lachend ritten sie mit ihrer Beute davon.

Eine Familie in diesen Zeiten war durch den Ausfall ihres Ernährers meist dem totalen Elend ausgeliefert. Oder  was noch schlimmer war, dem Hungertod. Niemand konnte mehr jemand unterstützen. Die Menschen hatten auch kein Geld mehr, alles verschlang der unselige Krieg. Abgaben und Steuern wurden immer höher und erbarmungslos eingetrieben. Zu den Hungersnöten gesellten sich dann noch Seuchen und fallweise auch die Pest. Etwa 40% der Bevölkerung kamen damals ums Leben.

„Mutter, so geht das nicht weiter!“, sagte der älteste Sohn Gregor. Wutentbrannt hatte er den Mord an seinem Vater und die versuchte Schändung an seiner Mutter verfolgt. Gregor zählte sechszehn Jahre. Ein großgewachsener Bursche mit langen blonden Haaren an der Schwelle zum Erwachsenwerden.

„Das Zeug ist ja nicht zu fressen“, murrte er beim Löffeln des Gebräus aus Wasser, Gras und Lederresten.

Rosa hörte ihn nicht. Sie war in Gedanken bei ihrem getöteten Mann. Wie und wo sollte sie ihn begraben? Nicht einmal den Obolus für den ehrwürdigen Herrn Pfarrer konnte sie aufbringen. Ob er ihm um Christi Willen auch ohne Geld den Weg ins Paradies öffnen würde? Sie bezweifelte es!

„Mutter! Hör mir zu! Es muss was geschehen. So könnt ihr nicht weiter leben!“

„Ja ja! Aber was?“

„Ich lasse mich von der Armee des Herrn Tilly anwerben! So kann ich vielleicht auch den Mord am Vater rächen, indem ich möglichst viele von den Lutheranern in die Hölle schicke! Mit dem Sold will ich euch auch nach Kräften unterstützen“

„Auf keinen Fall! Willst du wirklich einer von denen werden? Willst du so werden, wie diese Tiere, die uns überfallen und deinen Vater umgebracht haben? Was ist, wenn du im Gefecht fällst? Soll ich dann neben meinem Ehemann auch noch meinen Sohn beweinen?“

„Beruhige dich Mutter! Nicht alle Soldaten fallen im Kampf und nicht alle werden zu solchen, wie die, die uns überfallen haben! Außerdem würde ich mich für eine gute Sache einsetzen. Hat doch der Herr Pfarrer neulich alle Lutheraner als der Hölle geweiht bezeichnet.“

Rosa begann zu weinen. Die anderen sieben Kinder, allesamt um einiges jünger wie Gregor, begannen ebenfalls wie auf Kommando sich den Tränen der Mutter anzuschließen.

„So hört doch auf“, rief Gregor erbost. „Eure Heulerei ändert doch nichts! Wollt ihr langsam verhungern oder sonst wie krepieren? Nein! Mein Entschluss steht fest! Ich werde Landsknecht!“

Ohne Abschied verschwand Gregor Köhler in der darauffolgenden Nacht.

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